GRUND (n. m.)

PEINTURE, TABLEAU, IMAGEdéfinition du dessin
CONCEPTION DE LA PEINTUREdessin · couleur · lumière · composition
L’HISTOIRE ET LA FIGUREfigure et corps · groupe
GENRES PICTURAUXpaysage · peinture d’histoire
CHAMP (fra.) · FOND (fra.) · GROND (nld.) · GROUND (eng.) · HOOFDSTUK (nld.) · PLAN (fra.) · PRIMUURSEL (nld.)
TERM USED AS TRANSLATIONS IN QUOTATION
CHAMP (fra.) · FOND (fra.) · GROND (nld.)
TERM USED IN EARLY TRANSLATIONS
FUNDUS (lat.) · PLANUM (lat.)
DETHLEFS, Hans Joachim, « CHAMP », dans HECK, Michèle-Caroline (éd.), LexArt. Les mots de la peinture (France, Allemagne, Angleterre, Pays-Bas, 1600-1750) [édition anglaise, 2018], Montpellier, Presses Universitaires de la Méditerranée, 2018, p. 116-120.

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6 sources
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Quotation

{Wie das lichte und dunkle mit guter Ordnung zu temperiren/ und die Gemälde zu rundiren.} Wann der Mahler sein Stuck/ mit gesunder Vernunft/ in der Mitte hell/ und an den äusersten Theilen/ auch im Grund/ dunkel machet/ gibt es eine gebrochene/ nicht zuviel liechte/ noch zuviel dunkele/ mittelmäßige Fläche/ dadurch die gezogene Striche schön/ rund und erhaben erscheinen. Es ist zwar wahr/ daß diese drey Felder nicht genug seyen/ alle kleinste und geringste Dinge herfür zu bringen: darum dann notwendig ist/ daß man alle diese Theile/ nämlich das zuviel-dunkle/ und das zuviel-liechte Feld/ jedes wieder in zwey Theile absondere/ und also aus dem zuviel-liechten ein neues minder-liechtes/ aus dem sehr-dunklen aber ein weniger-dunkles herfür komme. Wann man nun also/ durch die Farbe/ dem mittlern und äusersten Ort seine Gebühr des Liechts und der Helle/ dem Grund aber die Dunkle zueignet: wird man/ durch Vereinigung und Wettspielung dieser drey Felder zuwege bringen/ daß die Zeichnung rund und erhebt/ und zwar anfänglich hell/ alsdann nach und nach dunkler erscheine/ also daß wir nach und nach das pur-schwarze überkommen werden. Nach diesem mischet man die Farben/ welche/ wann man mit Oel oder mit Gummi- und anderm Wasser â Tempera oder in fresco mahlen will/ an ihre besondere Orte müßen angelegt werden: und solche gründen den Carton oder eine andere Zeichnung/ so zu diesem Werk bereitet worden.

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
CONCEPTION DE LA PEINTURE → couleur
CONCEPTION DE LA PEINTURE → lumière

Quotation

Man mus dieselben [ndr : Farben]/ nach Erforderung/ rechtmäßig mischen/ und also anlegen/ daß/ das fürnemste im ganzen Werk/ vor allen zum reichsten/ leichtesten und schönsten hervorkomme. Es müßen auch ihre Kleidungen am lebhaftesten gehalten/ und/ mit den Bildern/ auch die Fleischfarbe/ in die Weite/ mit allen andern gebrochenen Farben/ sich verlieren.
{deren Harmonie beobachten} Man hat die gemeine und dienstmäßige Personen der Figur/ mit schlechten und gebrochenen/Farben beyzubringen/ als wordurch die fürnehmere ein mehrers ansehen gewinnen. Es ist auch nötig/ daß der Grund/ wogegen solche Bilder stehen/ etwas heller/ als der andern/ hervor spiele: damit diese/ samt den Farben/ davon unterschieden erscheinen/ und die erste Bildnis helle/ die andere aber nach und nach verdunkelter-vermischtere Farben haben.
Der Künstler hat sich dessen jederzeit zu befleissen/ dass die principal-Personen/ mit den stärksten annehmlichsten Farben colorirt/ am liechtesten besten Ort zu stehen kommen/ […] Hingegen sind/ die gemeine dunkele Farben/ eigentlich und am besten dienlich/ zu den gemeinen Personen/ die abseits in einem Winkel und Ecke stehen.

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → couleur
CONCEPTION DE LA PEINTURE → composition

Quotation

{Die vördere und hintere Gründe/ müßen wol aufeinander ordiniret werden.} Die Gründe/ weisen in dieser Mahlerey des Meisters Verstand/ wann solche wol-ordinirt an einander gehänget und gleichsam gebunden werden/ mit Anzeigung des hin- und herkommens: also daß die vordere die andern (welches auch sonst in allem zu beobachten) zuruck nach dem Horizont oder Gesicht Ende treiben/ sich selbsten aber immer mehr herfür thun, Es sollen auch die Gründe nicht zu hart gegen des Liechts Ecken abgestochen/ sondern/wegen empfangenen Widerscheins mit halben Farben abgelindert/ auch nicht mit alzuviel Luft/Bergen/ Gebäuden oder Häusern übersetzet /sondern vielmehr mit großen schönen Bäumen und Gekräuter gezieret werden.
In dergleichen großen schönen Stucken der Landschaft-Mahlerey/ sind unter den alten Italiänern/ (die sich sonst wenig darauf beflissen) insonderheit darunter Muzian und der lobwürdige Titian, sehr verwunderbar gewesen: wie theils Holzschnitte des letzern bezeugen/ denen er einen guten Horizont gegeben/ mit festen Gründen/ darauf jedesmal vornher etwas großes stehet/ und alles andere hintan weichet; dergleichen auch des berühmten Breugels Gemälde und Kupferstücke/ in Abbildung der Tyrolischen Gebirge/ vor Augen stellen.

Conceptual field(s)

EFFET PICTURAL → qualité des couleurs
GENRES PICTURAUX → paysage

Quotation

{Sieben Regeln der Ordinanz von dieser Mahlerey/} Es sind aber hauptsächlich Sieben Regeln und Austheilungen/ die man im Historien-Mahlen zu observiren hat: daß man nämlich das Gemähl auswarts oder übersich/ abwarts oder untersich/ zur rechten/ zur linken Seite führe/ von sich weichen oder abgehen/ auch zu sich kommen mache/ und in der Runde beschlage oder Zirkelweis setze. Diese Regeln sind allezeit zu beobachten/ nach Proportion des Blats/ Tuchs oder Tafel: damit es nicht scheine/ als ob die Bilder die Rame trügen/ oder daß sie durch den Grund sinken und beängstigt gleichsam halb darein vergraben scheinen/ oder mit den fürnehmsten Gliedern darinn stecken. Man mus die Bilder/ mit guter Fürsorge/ fein ledig und jedes Stuck frey stellen/ auch den Grund nicht mit zuviel Bildern überladen.

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → composition
L’HISTOIRE ET LA FIGURE → figure et corps
GENRES PICTURAUX → peinture d’histoire

Quotation

{Hartes hintan-Mahlen ist zu meiden} […] viele haben ihren Figuren/ es sey in Zimmern oder in Landschaften/ den Wolstand benommen/ indem sie alles in einander gemenget/ oder unleidliche harte Farben hintan in die Gründe gemahlet: welches mit Vorsicht zu vermeiden ist. {Eines mus vom andern wohl abstehen.} Man mus/ nach Art und Gelegenheit der Landschaften/ Gebäude und andrer Dinge/ wol beobachten/ daß keines vom andern sich zuhart abschneide/ sondern die Zier der Farben/ nach Art der Natur-Gebrechen/ heraus komme. {Die Vernunft hat hierinn zu rahten.} Diß alles wird zu fernerm nachdenken gestellet/ so ein jeder/ in der praxi, selbst/ nach bedunken/ wird zu mehren/ zu mindern und zu verzieren wissen: damit die Harmonie des ganzen Werks nicht überschritten werde/ und nicht allzuhart Roht/ Weiß/ Schwarz und Gelb in einander laufen.

Conceptual field(s)

EFFET PICTURAL → qualité des couleurs
CONCEPTION DE LA PEINTURE → couleur

Quotation

Es bezeugen die Gründe iedes Meisters Verstand/ wann solche wol aneinander gebunden zusammen halten/ des Lands Hinweichen/ oder herkommen andeuten. Also wird/ in den Bäumen erfordert/ daß man eine rechte Manier annehme/deren Form/ Art und Umschlägerecht zu entwerffen/ ihrer Gattung in Proportion und Farb erkentlich nachzuahmen/ und das Hinweiteren/ oder Herbeynäheren/ nach Ordnung der Perspectiv, das Entweichen aber/ vermittels der Farb-Brechung/ zu wegen zu bringen

Conceptual field(s)

EFFET PICTURAL → perspective
GENRES PICTURAUX → paysage
EFFET PICTURAL → qualité des couleurs

Quotation

Der dritte Discours von der Mahlerey. Das II. Capitel, p. 65 
[Worauf in allen Gemählden insgemein zu sehen ist/ um davon
judicieren zu können]
2. Ist zu sehen auf die Stellung der Bilder/ unter/ neben und hintereinander/ welches die Ordonance genennet wird/ wobey denn auf dreyerley hauptsächlich muß Achtung gegeben werden : Ob die Gründe/ worauf die Bilder stehen/ auch natürlicher Weise also hintereinander liegen können/ wie sie in dem Gemählde sind/ ob die Bilder auf diesen Gründen recht stehen/ und ob die weiter zurück-liegende Dinge sich der Natur nach recht erfernen.

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → composition
L’HISTOIRE ET LA FIGURE → groupe

Quotation

Der dritte Discours von der Mahlerey. Das IV. Capitel. Was bey Landschafften und bey Contrefaits besonders zu beobachten, p. 69 
[...]
3. Die Gründe müssen also ordiniret werden/ daß sie würcklich in der Natur also hinter einander liegen könten. Solchergestalt muß man die Flüsse machen/ daß sie nicht Berg-an/ oder an einen Ort fliessen/ da sie nicht mehr fort können. 

Conceptual field(s)

GENRES PICTURAUX → paysage
CONCEPTION DE LA PEINTURE → composition

Quotation

Nun auf die verschiedenen Gründe pag. 7. und 9. zu kommen ; so ist zu mercken, daß selbige [ndr: Baüme] ebenfalls mehrentheils nach ihrer äusserlichen Form entworffen werden müssen; im Auszeichnen aber hat man darauf zu sehen, daß der Horizont als die äussersten Berge oder Gewässer auf das allergelindeste und mit gantz wenigem umrissen werde: weilen sich alle Kleinigkeiten in die Ferne verliehren. Jemehr also die Gründe vor einander stehen, je deutlicher werden sie ausgezeichnet, am deutlichsten aber die vordersten als der Vorgrund ; welcher unserm Auge am nächsten kommt. Es ist dahero auch viel vortheilhafter, wenn man eine Landschafft vom Horizont oder ä äussersten Gründen an und so immer gegen den Vorgrund zu zeichnen, damit die mehreste Krafft und Dunckelheit in dem Vorgrund möge gebracht werden. […]

Conceptual field(s)

GENRES PICTURAUX → paysage
CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
EFFET PICTURAL → qualité du dessin

Quotation

Der Grund vielbesagter Zeichnung/als das besagte a/b/c der Mahlerey/ist verhoffendlich in diesem Buch meisterlich angewiesen/und ist leichtlich zu erachten/daß man mit den bunten Farben der Natur so viel ähnlicher nachkommen kan; weil man nur mit Schwartz und weiß die Gleichnisse der Bilder/so eigendlich vorstellen erlernet hat. Zu mehr deutlicher Erklärung unsrer Meinung setzen wie hierbey/wie alle Strichlein aufeinander folgen sollen.

Conceptual field(s)

PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition du dessin

Quotation

Rede bey Stellung des Modells, p. 15
Dann müssen auch die Contours, oder die Umrisse sowol die äussern als die inneren/ weder die auf de Tag noch im Schatten/ mit scharffen harten Strichen angewisen werden. Sondern die äusserten Contours oder Umrisse müssen mit Gelegung eines hellen/ oder dunckel Grundes/ die innern aber/ mit gehörigem Licht und Schatten angedeudet werden.

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin

Quotation

Rede bey Examinirung eines Kunst-Gemäldes, p. 33
Da ich von diesem Theil der Kunst / nehmlich der Colorit einen besonderen
Discours zu halten mit […] mir vorgenommen habe ; Indessen melde [ndr.: ich] nur sagen das Vornehmste/nemlich daß die Haupt-Person [Christus] durch einen grossen Tag erleuchtet/ die anderen aber nur mit einem streiffenden Licht beschienen werden/ […] daß allezeit in den Theilen des Gesichtes/ eine dunckele Farbe einer lichten und dann eine lichte einer dunckelen Farbe zum Grunde dienen müssen ; 

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → composition
CONCEPTION DE LA PEINTURE → couleur
EFFET PICTURAL → qualité des couleurs