KÜNSTLER (n. m.)

ARTIST (eng.) · ARTISTE (fra.) · OEFENAAR (nld.)
TERM USED AS TRANSLATIONS IN QUOTATION
KUNSTENAAR (nld.) · MEESTER (nld.)
TERM USED IN EARLY TRANSLATIONS
ARTIFEX (lat.)

FILTERS

LINKED QUOTATIONS

3 sources
5 quotations

Quotation

{Ein Kunstliebender Jüngling/ mus der Lastere müssig gehen} Der Jüngling/ so mit dieser Fähigkeit von Gott begabet ist/ mus die Venus, den Bacchus und Müßiggang/ als Feinde der Tugend/ meiden/ und die Zeit/ welche allein zur Vollkommenheit leitet/ nicht verlieren. Die Faulheit/ machet nur unglückselige Leute: […]. Es vermeinen etliche unsere Teutsche/ auch theils alte Künstlere/ es sey ihnen rühmlich/ und fördere zu großem Namen/ wann sie große wilde Fantasten sind/ und durch verkehrtes Leben wilde würme im Kopf zeugen: womit sie dann ihre thörichte Einfalt zeigen/ und daß ihnen an Vernunft und Weisheit gar viel abgehe/ und nichts/ als Schaden/ neben der Schande/ erwerben/ verachtet und verlacht werden.

Conceptual field(s)

L’ARTISTE → qualités

Quotation

{Ein rechtschaffener Künstler/ strebet/ durch Tugend/ nach Ruhm und Ehre} Ein rechtschaffener Künstler/ der verständig ist/ hat nichts liebers/ als Ehre und Lob durch Tugend zu erlangen. Hieraus folget nun/ daß ein löbliches vernünftiges Leben/ neben dem studio, einen großen Künstler mache. Damit er auch in respect bleibe/und sein Glück fürdere/ mus ers ich befleißen/ bey hohen Personen sich discret und süttsam zu verhalten […] Er hat auch insonderheit der höflichen Geschicklichkeit sich zu befleissigen/ weil durch ungeschickte Grobheit alles wieder kan umgestossen werden/ was durch die vorgemeldeten Tugenden erhoben worden. Kurz: ohne diese beyden Gaben der Kunst und des zierlichen Wandels/wird kein Künstler der wahren Vollkommenheit sich versehen haben.

Conceptual field(s)

L’ARTISTE → qualités

Quotation

Solche Dinge/ die der Natur zum ähnlichsten/ können dem durch langen Fleiß abgematteten Künstler/ seine Mühwaltung/ mit Ehre und Gewinn wieder vergelten/ als wordurch Hand und Verstand zu einer sonderbaren gratia, Lebhaftigkeit und Leichte angewöhnet wird. Man glaube sicherlich/ daß diese practic, welche man durch viel Jahre mit sonderbarem Fleiß erworben/ sey das wahre Liecht zur Zeichnung/ und das Mittel eines Künstlers/ sich berühmt und ansehnlich zu machen

Conceptual field(s)

L’ARTISTE → qualités

Quotation

So muß auch der Künstler vorhero die Historien offt/ und aus unterschiedlichen Authoren lesen/ seine Gedancken zu mehren sich befleissen/ das beste daraus erwählen/ {Aus unterschiedlichen Entwurff ein Modell zeichnen} in seinem Verstande wol begreiffen/ und fest stellen/ alsdann in geistreicher Ordnung/ durch etliche Entwürffe auf Papier/ das Beste heraus ziehen und vermehren/ ein Carton oder Model machen. Solches ist der gemeine Gebrauch. Ich habe aber besser gefunden/ daß ich iedesmal alles zusammen auf ein Tuch/ einen oder zween Schuch hoch/ die Ordnung und colorit zusammen gebracht/ mit Farben gemahlt/ alsdann alles beysammen sehend/ welches in allen Theilen das Beste wäre/ geurtheilet: damit/ was wenigst an ständig/ im grossen Haupt-Wercke vernünfftig geändert werden möchte.

Conceptual field(s)

L’ARTISTE → qualités

Quotation

Das 4. Capitel. Was Fresco mahlen sey/ und wie mit solchem umzugehen.
Die Kunst auf Mauren, und nassen Kalck zu mahlen übertrift alle andere Mahlerey in diesem, weil solchen in einen Tag geschehen muß, da man sonst in andern Sachen viel Jahre und Monate mit verändern und verbessern zubringen kan. 
Es ist aber Fresco mahlen, wenn man eine Maure, mit Mörtel oder Kalck bewerffen läst, und also auf solchen nassen Kalck mahlet, und muß der Mahler so viel als er bewerffen lassen, also fort übermahlen: Denn sonsten vertrucknet der Anwurff samt der darauf angefangenen Arbeit allzuhart, daß solche hernach mit den daneben zustehenden Anwurff sich nicht mehr vereinbahren, noch selben annehmen, sondern sie scheiden sich spätlich von einander, zerspringen endlich und fallen ab: Will also dieses Mahlen hurtig in den nassen Kalck nach einander verfertigt seyn. Es werden aber hierzu lauter Erd-Farben, aber keine Mineralien genommen, sondern das Weisse von gebrannten Trevertin-Stein oder gebrantem Kalck, gelben Ogger, Braunroth, Terra verta, Ultramarin oder blau Azur, Smalta, braun Ogger, Umbra, Kinruß und dergleichen Farben, so von einem starcken Wesen sind, und die der Kalck nicht aufzehren kan. Diese Mahlerey will haben einen geschwinde Hand, reiffen hurtigen Verstand, weil die Farben wenn sie noch naß, ein Ding viel anders vorstellen, als wenn sie trucken sind. Es muß auch der Mahler in dieser Arbeit mehr Vernunfft, als des Abrisses sich bedienen, alles schon gleichsam an einen Grieff haben, und ein geübter Künstler seyn ; weil die Arbeit keine Saumseligkeit noch Zech-Brüder dultet. Hierbei ist aber zu mercken, daß man nichts zu retouchieren übrig lassen, oder das keine Leimfarben, noch mit Ogger-gelbe, Gummi oder Tragant angemachte Farben darzu kommen müssen ; weil hierdurch der Mauren ihre natürliche Weisse entfället, und nachgehends alle Farben abstehen, sehr gelbe, heßlich und schwartz werden.

Conceptual field(s)

L’ARTISTE → qualités