WASSERFARBE (n. f.)

COLOURS (OF THE DISTEMPER) (eng.) · COLOURS (OF THE LIMNING/WATERCOLOUR) (eng.) · COLOURS (OF THE WASHING) (eng.) · DÉTREMPE (fra.) · GOUACHE (fra.) · LIMNING (eng.) · MINIATURE (eng.) · MINIATURE (fra.) · PEINTURE À L’EAU (fra.) · PEINTURE EN MINIATURE (fra.) · WATERCOLOUR (eng.) · WATERVERF (nld.)
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WATERVERF (nld.)
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COLOR (SUBACTA AQUARII) (lat.)

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{Mahlerey alla Tempera, oder mit Wasserfarben.} VOn Zeiten Cimabue und seiner Vorfahren/ bis auf unsre Zeit/ ist allemal/ und noch lang vorher bey den Griechen/ gebräuchig gewesen/ auf Taflen und Mauren/ auch in Gypswerk/ Bilder zu mahlen. Weil sie aber fürchteten/ daß die Mauren schricken möchten/ haben sie solche/ vermittels des Leims/ mit Tuch oder Leinwat überzogen/ darauf gegypst/ und dann erst ihre Gemälde geführet/ welches sie Tempera benamet. […]
{Welcherley Farben zu dieser Mahlerey tauglich?}
Es sind zu solcher Arbeit alle Farben tauglich/ auch die man aus den Mineralien/ und durch die Alchimie zurichtet. Aber die weiße Kalch-Farbe ist hierzu undienlich/ weil sie zu scharff und stark ist. Aber das Blaue/ machten sie mit Leimwasser an: weil das Eyer-gelb solcher Farbe eine sichtige grüne anhenget und hinterlasset/ welches der Leim und Gummi nicht in sich hat. {Sie dauret etwas/ aber nicht über all.} Es ist diese Art zu mahlen auch wärhaft: massen Stucke  unserer Vorfahren zusehen gewesen/ die über hundert Jahre gedauret. Sie wird/ in Italien und Teutschland nur in truckenen Zimmern gebraucht. Aber in Niederland hat sie wenig Bestand/ wie gemeldet.

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Erstes Capitel. Von den Farben und Gereitschafften die man im Illuminiren gebraucht. p. 146
Ehe wir von der Farben Zubereitung und Gebrauch etwas sagen/ wollen wir zuvor ein Verzeichnis der fürnehmsten Farben/ die in dem Illuminieren
gebraucht werden benebenst den andern dazu gehörigen wenigen Gereit-schafften darmit anzeigen. Damit ein Liebhaber wisse/mit was für Vorrath er versehen seyn müsse/alles was für Vorrath er versehen seyn müsse/ alles was durch die Wasserfarben dan gethan werden/gebührend ausführen. 
Wir hatten zwar vermeinet durch eine Figur und Vorbild alle eigene Beschaffenheit der Farben nach ihrere Art anzuweisen auff daß die Lehrlinge welche das Mahlen mit Wasser-Farben erst zur Hand nehmen und die Farben selber noch nicht kennen dieselben als durch eine Probe oder Muster unterschieden lerneten zu welchem Ende wir folgende Behältnisse gestellet; weil es uns aber an der Zeit welche ziemlich viel garzu angewendet werden müssen/gemangelt ist es nachgeblieben und haben sie allen bloß dabei gefüget/ und mit Zahlen gezeichnet nach der Farben Namen. Der Kunstübende kan nach dem er seine Farben bekommen eine jedwede auff ihre Zahl oder Behältnüß legen/ so können sie beydes zum Gedächtnis als auch zur Anweisung füglich dienen/ daß man dadurch wenn man einige Wercke will anfärben/sich erinnere was für Farben man gebrauchen und zusammen fügen wolle; worzu euch dann alle diese Farben also zusammen geleget/ diesen Vortheil geben sollen. Überdies kan derjenige so dieser Mühe sich unterwindet anderen Lehrlingen dadurch guten Unterricht geben. 

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Erstes Capitel. Von den Farben und Gereitschafften die man im Illumieren gebraucht. p. 147
Die Arten der Farben/ in den Wasser-Farben gebräuchlich/ sind folgende :
Weiß. 
1. Bleyweiß.
2. Muschelweiß.
3. Muschel-Silber.
Blau.
4. Indigo oder Indisch-Blau.
5. Blaulack.
6. Himmelblau
Ascus..
7. Ultramarin.
8. Schmalzblau.
9. Lacknusz (sic).
Gelb
10. Lichte Scheißgelbe.
11. Braune Scheißgelbe unterschiedicher Art.
12. Masticot.
13. Gelb Orpement.
14. Saffran.
15. Beerengelbe.
16. Ocker-oder Berggelbe.
17. Gutta-gumm.
18. Reuschgelb.
19. Muschelgold.
Grün
20. Spangrün.
21. Safftgrün.
22. Berggrün.
23. Grüne Erde oder Terraverrte.
Roth
24. Fermilion oder Zinnober.
25. Mennige.
26. Rothe Kreide.
27. Berg oder Ockererroth oder Braunroth.
28. Lackroth
29. Brasilienroth.
Brau
30. Berg-oder Ockerbraun.
31. Ofen-oderKühnruß
32. Colnische Erde.
Schwartz
33. Lampenschwartz.
34. Beinschwartz.
35. Weinranckenschwartz.
36. Schmiedekohlenschwartz.
37. Ost-Indische Dinte.

Die andern Farben/ welche zum Illuminiren oder Erleuchtern dienen möchten/ können alle aus obgemeldten Farben durch Vermischen gemacht und zubereitet werden/ wie wir in folgenden von jeder Gattung/ nebenst ihrer Bereitung. Gebrauch/ Wirckung anzeigen wollen.

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Das Ander [2.] Capitel. Von dem Bley- und Muschelweiß/dessen Vermischung und Gebrauch/wie auch von dem Muschel-Silber. p. 152
Lasset uns nun einer iedweden Farbe und der darunter gehörigen Farben Art/Mischung und Gebrauch kürzlich Anzeigung thun/damit/wenn man erstlich die Natur der Farben kennet/sie desto leichter verstehen möge. Von Anlegung und Übung derselbigen soll im nachfolgenden geredet werden. 
Bleyweiß p. 153
 So machen wir demnach den Anfang von dem Bleyweiß/und Venedischen Muschelweiß. […] Mit dieser Farbe leget man alle Seidene Kleider/ leinwand und andere Dinge an/ man schattiert oder tieffet es sänfftiglich und behende mit dünnen Indischblau/ und mischet zuweilen etwas Purpur darunter […]

Muschel-Silber […] p 154
So muß man auch bey der weissen Farbe mercken/ daß man sie in denen Dingen welche damit angeleget werden müssen/ etlicher massen entbehren/ fürnemlich in Leinwatten und dergleichen/ und den weissen Grund des Papiers oder Pergaments dafür gebrauchen/ und mit Ost-Indische Dinte/ oder etwas Indisch-blau und Schwarz/ gar gelinde vertieffen kan/ […]

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Das Dritte Capitel. Von der blauen Farbe/deren Arten/Mischung und Gebrauch. p. 155
Als die blauen Farben angehet/darunter ist das Indisch-blau unter den Wasserfarben/eine von den führnehmsten/welches wenn es licht/blinckend und locker ist/vor das beste gehalten wird/sonsten wird in demselben viel Betrugs und Vermischung gebrauchet/welches wol zu andern Dingen aber nicht viel zu der Mahler-Kunst genützet werden kan. […]
Blau Lack. p. 156
Das blau-Lack ist nicht viel von dem Indischblau unterschieden/weil dasselbige meist daraus gemacht wird. In den Oehlfarben wird es mehr gebrauchet/weil es dem Abnützen oder Vergehen weniger als das Indischblau unterworfen ist. Wer es in der Illumnierung oder Erleuchterung gebrauchen wil/kann eben wie mit dem Indischblau/damit verfahren. 

Himmel-blau/ Ascus. p. 156
Das Himmelblau/welches man auch Ascus nennet/ist eine sehr schöne Farbe/die in den unterschiedlichen Gattungen/hochlichte und dunckeler gefunden wird/man muß allezeit nach der schönsten/fettetsen/feinsten/und die am wenigsten sandhafftig ist/trachten. Und darumb gebauchen etliche Liebhaber zu den außbündigsten Wercken vielmahl des so genandten Ultramarin/ weil es dasselbige/ sonderlich welches ganz schön ist/ sehr theuer/ und an allen Orthen nicht zufinden ist/ so kan man mit den besten Himmel-blau eben so viel ausrichten. […] Man kann damit allerhand Kleider anlegen/ und sie mit Asch-und Indischblau und die fürnehmstern Schatten und tiefen mit Lacknuß so wenig gegummet ist: Die Erhobnheiten aber mit Himmelblau und etwas viel weissen schattiern oder vertieffen. Auch werden mit Himmelblau/ wenn man so viel weisses als die Farbe licht oder tunckel seyn müssen/ darzu genommen/ allerhand Lufften angelegt wie in Landschafften/ Städte/ Berge und Bäume/ welche sehr weit hinaus im verschiessen liegen/ worzu man mehr Weisses als Himmelbla nehmen muß. […]

Schmalz-blau. p. 158
Das Schmalzblaues findet man auch unterschiedliche Arten an Feine und Schönheit: Man kann es eben wie das Himmelblau gebrauchen/weil es aber etwas dick und schmiericht fällt/ so ist was mühsam und verdrießlich damit umzugehen/sonderlich so man es allein anlegen wolte/wie von vielen  führnehmlich in Illuminierung geistlicher Kupferstücke/wie auch in Dingen so wenig kösten/gethan wird. [….]

Lack-nuß. p. 161
Der Lacknuß darf wegen seiner Bräunligkeit nirgends alleine angeleget werden/als allein zu etlichen dunckeln regenhafftigen Lufften/jedoch sollte man es gleichwol ein wenig mit einer andern blauen Farbe brechen/weil es sonsten dunckelroth und bald von der Lufft verzehret wird. […] Sonsten ist das Lacknuß nirgends zu nützen/ allein allerley andere blaue Farben in dem Mischen brauner zu machen/ und Schattirungen und Vertieffungen damitauff dieselbigen zu legen. 

Ultramarin. p. 161
Was das Ultramarin betrifft/so wird es eben wie das Himmelblau gebrauchet. Man muß es wegen seiner edlen Farbe sauber und reinlich halten/und nicht mehr davon naß machen/als man gebrauchen wil […]

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Das Vierde Capitel. Von Zubereitung/Mischung und Gebrauch der gelben Farben. 
Lichte Scheißgelb. p. 162
Weil unter den gelben Farben unterschiedliche Gattungen vorkommen/so wollen wir das so genante Scheiß-gelbe zum allerersten betrachten. Dessen muß man das allerschönste nehmen/mit Wasser reiben und was fetticht mit Gummi-Wasser mischen […]
Braun Scheißgelb. p. 162.
Es wird auch das braune Scheißgelbe/welches gleicher gestalt schön und schlecht gefunden wird/wenig in den Wasserfarben gebrauchet/aber in den Oehlfarben gibt es die beste und glüende durchscheinende Färbung und artet sich nach der Braun-gelbe. In den Wasserfarben könte man an dessen Statt den gelben Lack/ der etwas lichter als dieses ist/ gebrauchen. Das Rauschgelbe ist ebenmässig eine sehr schöne Goldgelbe Farbe/ es ist aber offte etwas dicke und schmutzig in den Wasser-Farben zu gebrauchen/ jedoch kan man alle diese Farben durch den Saffran/ Gutte Gummi und Beeren-gelb entrahten.

Masticot. p. 163
Der Masticot ist auch eine sehr gute gelbe Farbe/wiewohl die eine Gattung derselben höher fället/als die andere/und wird meistentheils unter die grünen Farben gemischet/weil sie nur was mager und dünne ist/ gleichwol wird zuweilen gebrauchet ein Sommer-klares Wetter in Verschiessung der Lufft anzulegen/ welches denn allgemach/ nach unten gegen die Berge zu/ Muß vertriben worden. […]

Operment oder gelber Hüten-Rauch. p. 163
Das gelbe Operment ist zwar eine schöne Farbe, aber gifftig/darumb man sie in deren Gebrauch von dem Munde weglassen soll. […] Hiermit leget man an alle Sidene und Atlassene Frauen-Kleider und vertieffet sie mit Bergbraun und Saffran/ und die vertieffung mit Ofen-oder Kühnruß. […]

Saffran. p. 164
Der Saffran wird in der Illuminir- oder Erleuchterey-Kunst gar viel gebraucht. Wenn man ihn zubereiten wil/so legt man ihn ein in rein Wasser/darein ein wenig Alaun/die Farbe desto besser auszubeitzen/wirfft zu weichen. Hierzu kann man allerhand
Kleider anlegen/und schattiert sie mit Bergbrunen oder schöner Mennige. Die Tieffen müssen etwas lackhafftig getuschet seyn: er kan auch nicht viel Erhobenheit leiden/als nur das Gold/welches sich aber in allen Kleidungen nicht wohl schicket/es wäre denn Königliche oder dergleichen andere gestickte Kleider. […]
Beeren-gelbe. p. 165
Das Beerengelbe wird auch offt gebraucht und kommt an der Farbe dem Saffran sehr nahe/und dienet auch dazu/wenn es innerhalb eines Wercks alleine stehen soll/wenn man damit/wie auch mit den Saffran/nicht über andere Farben hin streichen kan/weil es nur ein dünner Safft ist der nicht als einen saubern weissen Grund überdecken kan. Es wird viel gebrauchtin den land-Charten die landschafften zu unterscheiden/ wie auch die Ränderin Schrifften und andern grosen Charten zu belegen. […]Hiermit kan man allerhand Kleider anlegen/ und sie mit Safran und Scheiß-gelbe/ auch wohl mit Mennige und Saffran/ oder Braunen Scheiß-gelbe vertieffen/ und die Tieffen mit Lacktuschen. […]

Berg- oder Ockergelbe. p. 166
Berg- oder Ockergelbe […] verliert leichtlich seinen Glanz. […] Es ist eine sehr feiste und nützliche Farbe/ Wird aber in der Illumierkunst oder Erleuchterey nicht sonderlich gebrauchet/ als nur einige Sandgründe/ Schiff-Segel/ und neus Holzwerk anzu legen/ […]

Gute Gumme. p. 166
Das gutte Gumme gibt eine sehr schöne gelbe Farbe/fast den Saffran gleich/aber fetter. […] Dienet Kleider und Goldwercke anzulegen/es ist aber etwas ungemachlich mit andern Farben darauff zu mahlen. Wir können hiervon reden/es kan aber in der Erleuchterey gemisset werden.  

Muschelgold. p. 167
Weil man keine Farbe findet/die das Gold am Glanz und Krafft übertrifft/so soll man dasselbige nirgends allein anlegen/sondern allein hier und da einige Dinge zu erhöhen/oder auch zum Zierrath gebrauchen. […]

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Das Fünffte Capitel/Von der Zubereitung/Mischung/und Gebrauch der grünen Farben/nach ihren unterschiedlichen Gattungen. p. 169 
Spangrün. p. 170
Die grünen Farben sind ebenermassen sehr unterschiedlich/und haben auch vielerhand Gattungen/die aus einander können zubereitet werden. Wir wollen den Anfang von Spangrün machen/weil es sehr in der Erleuchterey oder in dem Illuminieren gebraucht wird. […] Hiermit kan man füglich alle seidene Kleider/ wie auch Felder/ Bäume/ und grûnes laub anlegen/ und sie mit Safftgrünund etwas von demselbigen Spangrün/ oder Safftgrûn alleine/ nachdem man es starck und lichte haben wil/ schattieren oder vertieffen/und mit Masticot und etwas weiß erhöhen. Aus diesem Spangrün kann man allerley schöne grüne Farben mischen/ nemlich also […]
Safftgrün. p. 171
Das Safftgrün/unangesehen es eine sehr sonderlich gute und nöthige Farbe in der Erleuchterey ist/so wird sie doch wegen ihrer Fettigkeit und Dunckelheit nirgends oder gar selten alleine angeleget/sondern man gebrauchet sie damit zu schattiren und zu vertieffen/auch andere grüne Farben damit stärcker zu machen/wie aller Orthen erhellen wird. Es kan anders nicht als zu den Wasserfarben gebrauchet werden/weil es ein Safft ist/der kein Oel oder Verniß annehmen kan […]
Unterschiediche grüne Farben. p. 173
Erstlich findet sich das Bergrün/dieses vermischet man mit fetten Gummi oder Leim-Wasser/und ein wenig Honig/damit dessen Farbe nicht allzuschwach und mager sey. Hiermit werden die seidenen Vorhänge und andere Kleidungen gar füglich angelegt. […]
Das Englisch-Grün/nach der obbeschriebenen Weise vermischet/mit Safftgrün vertieffet und Masticot erhöhet/hat auch einigen Gebrauch/wenn man Kunst-gemäß damit umzugehen weiß. […]
Das Seiffergün kommet in allen Stücken mit oben erzehleten Farben überein. […]
Die grüne Erde oder Terreverd genannt wird in der Illuminierung oder Erleuchterey wegen seiner unannehmlichen Farben nicht gebraucht/also daß wir für unnöthig erachten etwas mehr von den grünen Farben zu sagen/in Betrachtung/daß dieselbigen einen aus der andern und über dem aus Blau und Gelbe zusammen gemenget/in unzehliche unterschiedliche Farben gemischet und durch Weiß oder Gelbe nach Belieben gearbeitet werden können. 

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Das Sechste Capitel/Von der rothen Farben Zubereitung/Mischung/und Gebrauch, p. 173
Vermilion oder Zinober. p. 173
Unter den rothen Farben ist keine so schön als der Zinober oder das so genannte Vermillion/welches man meistentheils ganz klein gerieben und trocken findet. […] Das Vermilion wird auch zu der leibfarbe in nackten Bildern/ [...]
Mennige. p. 174
Die Mennige ist zwar eine schöne/aber magere und sandhafftige Farbe/darumb man sie etwas besser zumachen/durch ein zartes Tuch beuteln muss. […] man vermischt sie mit eineme fetten oder starcken Gummi-Wasser/ und leget damit allerhand Kleider und gewandan/ tieffet sie mit lack/ wie das vermillion/ und erhöhet sie mit Mennige und Weiß/ auch wohl mit Masticot. […]
Rothe Kreide. p. 175
Die rothe Kreide oder rothe Erde wil auch wol gerieben und mit sehr dünnen Gummi-Wasser vermischet seyn; sie gibt eine sehr gute Farbe/dienet aber allein dünne über den weissen Grund des Grund des Papiers hinzulegen/lässet sich sehr wol handeln/insonderheit in der Art des Waschens. […]
Berg-roth oder ocker-roth. p. 175
Das Braun oder Berg-roth/oder Ockerroth ist fast wie die rothe Kreide/doch besser und lebhafftiger zu decken: […]
Lack. p. 176
Weil in den Lacken so ein gar grosser Unterscheid ist/ und so vierley Arthen desselben verhanden/ so soll man sich den besten zubekommen befleissigen/ Darunter der Florentinische oder Venedische Lack gemeimiglich für den besten gehalten wird. […] Zudemist dieses Lack sehr dienlich allen Dingen eine blühende Röthe zu geben […]
Präsilien-Farbe. p. 176
Die Farbe aus dem Präsilien-Holz kommet fast mit der Lack-Farbe überein und können aus derselbigen unterschiedliche zu der Illuminir-Kunst dienliche Farben gemachet werden […]  

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Das VII. Capitel. Von der Zubereitung/Vermischung und Gebrauch der braunen Farben. p. 178
Berg-braun. 
Unter den braunen Farben ist das Berg-Braun/ oder Ocker-Braun nicht die geringste. […]
Ofen – oder Kien-Ruß.
Der ofen-oder Kien-Ruß/ welcher aus dem Schornstein Kompt/ ist eine sehr nützliche Farbe in dieser Kunst: […]
Cöllnische Erde.
Die Cöllnische Erde ist auch eine sehr schöne und feuerrohte Farbe/ […]. 

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Das VIII. Capitel: Von der Zubereitung/Vermischung/und Gebrauch der schwarzen Farben. p. 180
Lampen-Schwärze.
Die Lampen-Schwärtze wird auch zu vielen Dingen gebrauchet / wiewol das Bein-Schwarz besser ist. […]
Bein-Schwarz.
Bein-Schwartz wird gleicher Gestalt gebrauchet/ […]
Weinrancken-Schwärze.
Die Weinrancken-Schwärze wird aus demWeinreben-Holz/ welches man zu Kohlen brennet/ ausleschet/ und die Asche davon scheidet/ zubereitet/ […]
Ost Indische Tinte.
Die OstIndische Tinte kann man auch für eine farbe in der Erleuchterey gebrauchen/ […]

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Das IX. Capitel. Von der Anfeuchtung und Einweichung der Wasser-Farben. p. 181
Derweil etliche Farben nothwendig fett/und andere hingegen mager gegummet/auch etliche gar ohne Gummi gebrauchet werden müssen: so muß man im Naßmachen und Anfeuchten derselben wol Acht darauf haben/daß hierinnen/und nachdem es die Natur der Farben erfordert/gute Maaß gehalten werde.  […]
Das Gummi nun/ welches man gemeiniglich nützet / ist Arabisch Gummi […]

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Das X. Capitel. Wie man den Wasser-farben helffen soll/wenn sie nicht wol fliessen oder auff dem Papier hafften wollen. p. 183
Weil meist alle Farben/die man in dem Illuminieren oder aber der Erleuchterey gebrauchet/die Eigenschafft an sich haben/daß sie keine Fettigkeit oder Unreinigkeit leiden/und daher auf fem dem Papier oder Pergament/darauff man sie gebrauchen will/nicht nach Begehren haftefen und fassen wollen/also daß das Werck an vielen Orten hierdurch offtmals sehr kritzlicht und unvollkommen bleiben muß/welches auch in der Arbeit eine verdrießliche Mühsamkeit verursachet/und viel Zeit wegnummet/die Gründe in dem Anlegen zu bedecken: So soll man/solches zu verhüten/mit folgendem Mittel diesen Ungemach verkommen […]

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Das XIII. Von etlichen allgemeinen Dingen/welche in den Anfärben und Wasserfarben zu wissen und zu beobachten nöthig sind. 
Weil ein Liebhaber in nachfolgenden Illuminir- und Erleuchtery-Kunst offtmals das Anlegen/Schattiren/Vertieffen und Erhöhen/als einige der führnehmsten Handlungen in dieser Kunstübung gemeldet/vorkommen/so müssen wir nothwendig etwas davon/das zu ihrem gründlichen Verstande dienet/kürzlich gedencken/weil man zur Vollkommenheit dieser Kunst/im Fall man solches nicht gründlich verstehet/mit nichten gelangen kann.
Wollen demnach mit Erklärung des Anlegens/ als dem ersten Beginn aller in dieser Kunst vorfallender Arbeit/ den Anfang machen. So heisset und ist demnach Anlegen/ wenn man ein Ding / das einerley Farbe hat/mit einer Farbe/ die man dazu erwehlet/ nach seinem Belieben/ flach und einpärig/ ohne Schattiren und Tag anleget und schlecht überledecket. Wenn es nun angeleget ist/ so folget darauff/ wenn die erste Farbe trucken ist/ die Durch- oder Ausschattierung und Vertieffung/ wie wir solches durchgehends im folgenden nennen werden. Dieses geschicht auf dem Grund/ der zuvor angelegt ist/ und zwar allezeit mit einer Farbe/ welche viel fetter/ stärcker oder brauner ist / als die damit beleget wird. Wodurch denn die Theile von Dunckelheit und Licht dergestalt unterscheiden und umbschrencket werden/ daß man die Schatten und die Fläche der Dinge begreiffen kann/ und dieselben sich erheben/ da sie zuvor eben zu seyn schienen ; welches aus dem jenigen/ was wir von Dunckel und Licht in unser Anweisung zur allgemeinen Mahler-Kunst angeführet/ klärlich zu ersehen ist/ und hieher gezogen werden kann.
Die dritte Eigenschafft ist Erhöhen oder Erheben : Welches den lichtesten Ort aller Dinge/ als darauff der Tag ohn einigen Schatten fället/ andeutet. Und diese Erhöhungen geschehen gemeinlich auff hohen und erhobenen Oertern/ gleich an den Menschen auff den Kinn-Backen oben auff der Nase auff dem Vorhaupt/Kinne/Schultern/Brust/Arsch-Backen/Ellebogen/Knien/und dergleichen also auch in den Kleidern/auff den Falten/und flachen Theilen der Gliedmassen/welche durch dieselbige ausgedrucket werden/und weiter alles/was ich über die Fläche oder Ebene erhebet. Dieses soll man mit einer lichtern und höhern Farbe als die ist/ damit es anleget worden/ thun/ und erhöhet es damit dergestalt/ nachdem es mehr oder weniger in dem stärckesten Lichte stehet/ und erleuchtet wird/ damit es dadurch gleichsam rund wird/ und herfür raget.
Man könnte den gründlichen Verstand dieser Dinge füglich aus der Art/ die man im Zeichnen auff Grund-Papier hält/ begreiffen lehren/ davon wir in unserer Zeichen-Kunst geredet haben : Wenn man dasselbe wohl gefasset/ so kann man auch leichtlich verstehen/ wie man mit dem Wasser-Farben umbgehen soll. Ein Exempel von diesen beyden zu geben/ so kann man mercken daß das Anlegen so viel als die Fläche deß Grund-Papiers zu wege bringet. Die Schattierung oder Vertieffung nun/ die man auff dem Grund-Papier machet/ kommen auch überein mit dem Schattiren/ so man in den Mahlen mit einer stärckern Farbe über das Angelegte hinleget. 
Die Erhobenheiten kommen gleichfals mit einander überein/ die Vertieffungen sind eben wie die Tuschungen/ so man hier und dar in der Zeichnung einfüget: daß also kein Unterscheid  zwischen dem Zeichnen und Illuminir-Mahlen ist/ als die Handlung des Pinsels und daß man ihm jederzeit einbilde/ daß jewede angelegte Farbe/ darauff man mahlen muß/ eine Art Grund-Papier sy/ darauff man zeichnet/ und daß man vor die Zeit die Handlung des Zeichnens übet/ welches man waschen heisset. Auch ist annoch zu mercken/ daß man die Schatten/ Vertieffungen/ und Erhobenheiten richten muß/[...] Man muß auch darauff bedacht seyn/ daß die Dinge/ die man mit Wasser-Farben mahlen will/ nicht zu starck oder zu hart umbzogen werden/ damit sie nicht ausser den Farben den Meister spielen/und das Werck kinderhafftig aussehen machen/gleich als wenn es nur mit den Farben zwischen dem Bezirck der Umbzüge angefüllet sey; [...] welches man den Kindern zum Vorbilde geben konnte/den ersten Anfang in der Erleuchterey zu machen. Denn ein verständiger Kunst-übener muß der Eigenschaft der Zeichen-und Mahler-Kunst folgen. Aber in der Erleuchterey/welche man bey den Kupferstücken oder gedruckter Arbeit thut/muß man darauff sehen/welche Gestalt der Meister oder Kupfferstecher die Züge/hier harte/dort schwach und sanfft gemacht/und also auch was die Schatten/so durch das Tuschen angewiesen sind/damit man dasselbst die Stäcke der Farben darnach geschicklich richten mag; Und ob man schon das Tuschen ein wenig durch die Farben spielen siehet/so wird es doch darum nicht schlimmer oder geringer gehalten werden. 
Derohalben mag man so wol in dem Mahlen als Absetzen/die Farben im gemein (sonderlich da man die Dinge erstlich mit anleget) wol etwas dünne/und nicht dicke oder flackerhafftig auffstreichen/dergestalt/daß die hellere Weisse des Papiers oder Pergaments ein wenig dadurch blicke/welchen den meisten Farben den schönen Schein giebt. Ich habe aus Erfahrung angemercket/daß die Farben/so man auf ein durchscheinend Platz anstreichet/viel schöner scheinen/als wenn sie auff ein Bret oder andern dunckeln Leib leget; dadurch das vorhergehende/größtenteils kann bestätigt werden.

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MATERIALITE DE L’ŒUVRE → technique de la peinture

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Das I. Capitel. Von der Übung dem Gebrauch der Wasser-Farben/wie man damit insonderheit allerhand Dinge Natur- und Kunstgemäß anfärben und mahlen will. 
Wenn man nun einige Erleuchterey mahlet/die man entweder selbst inventiret und gezeichnet/ nachgemacht/ oder ein Kupferstück illuminiren will/so muß man allezeicht auff die Einpärtigkeit und Fläche/wie auch sonderlich auf die Verschiessungen/oder das Vor- und hinentauchas welchen Achtung geben/ welches allhier durch den Unterscheid der starcken und schwachen Farben muß herfür gebracht werden/daß man dieselben flach und nach der Proportion oder Maßrichtigkeit immer schwächer und schwächer anlege/iedoch also/daß sie keine Härte und Steiffigkeit verursachen. 
Auch muß man bey den Wasser-Farben dieses wahrnehmen/ da◊ die Farbe/ die man zweymahl über einander streichet/ alsdann viel dunckeler seyn wird/ als zuvor/ da sie nur einmahl angeleget worden; […]
[…]
Es ist auch von Handlung
der Farben ins gemein zu mercken/ daß man im Mahlen mit Wasser-Farben: dasselbe/ was man erst angelegt / soll trockenen lassen/ und darnach erst die Schatten oder Vertieffungen/ und Erhobenheiten überhin legen/

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MANIÈRE ET STYLE → le faire et la main

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Das 20. Capitel. Von allerley Geschirren/ darinnen man sowohl die Oel- als auch Wasser-Farben behalten und aufheben soll.
Die mit Wasser-Farben umgehen, oder sich mit der Migniatur Mahlerey belustigen, brauchen zu ihren Behuf unter belustigen helffenbeinerne Büchse oder Instrument, so gegenwärtige Figur fürstellet. 
A, ist das ganze helffenbeinern Instrument, bestehendt hier aus 8. runden helffenbeinern dicken Scheiben oder Rundungen, und in jede solche Scheibe sind 5 Löcher gemachet, wie die Figur E. lehret, das mittelste Loch muß alle Zeit durch und durch gehen, damit man solche auf die Röhre B. stecken kan, […]. 
Dieses Instrument ist sehr bequem bey sich zu tragen. 

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