ZEICHENKUNST (n. f.)

ART OF DRAWING (eng.) · DESIGN (eng.) · DESIGNING (eng.) · DESSIN (fra.) · DRAWING (eng.) · GRAPHIDIS CONSTEN (nld.) · TEKENKUNST (nld.)
TERM USED AS TRANSLATIONS IN QUOTATION
TEKENEN (nld.) · TEKENING (nld.) · TEKENKUNST (nld.)
TERM USED IN EARLY TRANSLATIONS
ARS DIAGRAPHICA (lat.)
HEILMANN, Maria, NANOBASHVILI, Nino et PFISTERER, Ulrich (éd.), Punkt, Punkt, Komma, Strich. Zeichenbücher in Europa ca. 1525-1925, cat. exp., München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte - Hildesheim, Universitätsbibliothek, 2014-2016, Dietmar Klinger Verlag, 2014.
HEILMANN, Maria, NANOBASHVILI, Nino, TEUTENBERG, Tobias et PFISTERER, Ulrich (éd.), Lernt Zeichnen ! Techniken zwischen Kunst und Wissenschaft, 1525-1925, cat. exp., Heidelberg, Universitätsbibliothek, 2015-2016, Dietmar Klinger Verlag, 2015.
KURBJUHN, Charlotte, Kontur. Geschichte einer ästhetischen Denkfigur, Berlin - Boston, De Gruyter, 2014.
TACKE, Andreas, « Zeichnend zur Auszeichnung?! Zur paradigmatischen Rolle der Handzeichnung im Streit zwischen zunftgebundenen Malerhandwerk und Akademie », dans LAUTERBACH, Iris et STUFFMANN, Margret (éd.), Aspekte deutscher Zeichenkunst, München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, 2006, p. 104-113 [En ligne : http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/1979/ consulté le 26/10/2015].
TORDELLA, Piera Giovanna, Il disegno nell’Europa del Settecento. Regioni teoriche, ragioni critiche, Firenze, Olschki, 2012.
Anciens (les)

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5 sources
7 quotations

Quotation

ES ist/ zwischen der Zeichenkunst und Mahlerey/ eine Vergleichung/ wie zwischen Leib und Seele: weil/ durch die Farben/ die todte Striche der Zeichnung erst recht auferwecket/ rührend und lebendig gemacht werden. Also werden auch diese beyde Künste/ von den Poeten/ der Sing= und Reim-Kunst verglichen: wie die Musik und Poesy weil die Poesy der Musik/ wie das Mahlen der Zeichnung/ die Seele gibet/ und durch die Coloriten das Strichwerk/ ja so schön/ als der Gesang und Kunstklang durch geistige Reimgedichte/ gezieret und gleichsam belebet wird.

Zeichnung

Conceptual field(s)

PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition de la peinture
CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → comparaison entre les arts

Quotation

{Ist zweyerley/ entweder aus der Practica, oder nach den Regeln}. Dann die Zeichenkunst wird nunmehr fast in zweyerley Manier geübet/ und erscheinet deswegen in der observation sehr ungleich. {und gehet/entweder aus der Practica,} Etliche haben im  gebrauch/ nur blind hin all’ aventure, ohne Regeln/ ihrem ungegründten Wahn und den Mutmaßungen der Augen/ in allen natürlichen Dingen/ (da doch solches Augengemerk dem Selbstbetrug sehr ergeben ist) nachzufolgen/ die nachmals keine ration noch demonstration des Effects/ wann das Werk verfärtigt ist/ davon zu geben wissen: und dieses wird genannt/ aus der Practica arbeiten.  Hingegen werden gefunden/ die die andere Manier in Obacht nehmen/ wann sie nämlich alles/ vermittels der wahren Regeln/ mit beyfügung der Erkäntnis und Ursache des Effects solcher Arbeit/ hervor bringen. Diese Art und Weise/ heißet/ nach dem Perspectiv und deren Regeln verfahren.
{Die erste/ ist unsicher.} Ob nun wol diese beede Manieren im schwang gehen/ so ist doch die erste Art (wiewol sehr viele/ auch von den berühmtesten Künstlern/ gefunden werden/ die derselben sich bedienen/) nur ein blindes Wesen voll Ungewißheit/ deren man sich nicht untergeben soll. {Ohne Regeln/ kan nichts wichtiges vollbracht werden.} Es ist und bleibet auch eine lautere Unmöglichkeit/ daß einig wichtiges Werk/ ohne Vorwissen oder Beobachtung der wahren Regeln/ zu vollbringen sey: wie solte man dann/ ohne diesen Behuf/ in der Zeichenkunst ein vollkommener Meister können genennet werden? Also haben wir/ wie sonst in allem/ also auch in diesem/ an die unfehlbare sichere Regeln/ auser denen alles unrichtig bleibet/ uns zuhalten.

Conceptual field(s)

EFFET PICTURAL → perspective
CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
L’ARTISTE → apprentissage

Quotation

Des Absehens/ muß allhie zuvörderst wiederholet werden/ daß die Zeichenkunst/ (als die bey den Alten/ Reissen genandt war) die rechte und einige Mutter und Nährerin unserer dreyer Künsten ist/ und aus der Vernunfft/ durch gewisse imagination, oder Einbildung/ in dem Verstand/ zuvorderst alles formirt, was hernacher durch die Hand zu Papier gebracht wird. Dieser erkenntliche Entwurff/ und concept unserer Ideae, oder Sinn-Musters/ welches wir/ im Gemüt gleichsam ausgebreitet vor Augen stellen […].

Anciens (les)

Reissen · Entwurf

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin

Quotation

{Wie man die wol gefasste Zeichen-Kunst/ mit den Farben secundiren müsse}
Von dem rechten Gebrauch und Erneurung guter Mahlerey steht ferner zu melden/ daß gleichwie/ vorangedeuteter Massen/ der Zeichenkunst Vollkommenheit iedesmal den Vorzug haben solle: also hernach/ durch die Farben/ selbe todte Risse/ lebendig gemacht werden müssen/ wann diese beede Theile fein wol aufeinander treffen/durch vernünftigen Gebrauch und Annehmung guter Manier/ welche bey dem nachcopiren andrer vortreflicher Wercke/ ihren Anfang nehmen muß/ besonderlich in grossen Bildern: so macht sich der Verstand beqvem/ und in allen Dingen fähig: zumal wann also die gute Manier/ Geist und Tapfferkeit zusammen kommen: Welche aus nachcopiren der besten Hand zuerlangen. Alsdann soll man zu dem Leben selbsten schreiten/ um solche modellen, mit vorgefaster Warnehmung/ zu folgen.

Conceptual field(s)

PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition de la peinture
CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin

Quotation

In der Natur werden alle Dinge des grossen Schöpfers bewundert, welche uns klärlich seine unendliche Allmacht vor Augen leget. Und aus dieser haben so viel berühmte Künstlere, so wohl vor, als auch zu unserer Zeit, in derselben Nachahmung so schöne Wercke zu wege gebracht, welche ihnen durch göttlichen Seegen mitgetheilet worden. Man sagt demnach billig, die Zeichen-Kunst wäre die Mutter aller andern, aus ihr entspringenden Wissenschafften.  Dann sie stellet uns vor, aller Dinge Proportion, Zierlichkeiten, die Bewegungen des Gemüths, schöne Geberden des Leibs, herrliche Inventionen, Unterschied der Kleider, Sitten und Gebräuche, auch was dergleichen mehr ist; daß wohl keine Profeßion, so gering sie auch scheinet, solcher entbehren kan.

Conceptual field(s)

PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition du dessin

Quotation

Wollte jemand noch weiters gehen, und sich in der Zeichen-Kunst noch mehreres perfectioniren : so könnte ihm nichts bessers rathen, als daß er sich auch in der Anatomie umsehe, so viel als einem Zeichner nöthig ist. [ndr: Bucher von Vesalius, Carlo Cesi]
Nach diesem kann man auf leblose cörperliche Dinge gehen, und […] nach dem Runden zeichnen, biß man endlich so weit habilitiert, daß man auch nach dem Leben zu zeichnen capable ist. Und zu diesem letzteren werden die hin und wieder aufgerichtete Kunst Academien die beste Gelegenheit geben können […]

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
L’ARTISTE → apprentissage

Quotation

Rede bey Stellung des Modells, p. 16
Kürzlich/ die Handlung oder Manier ist gleichsam eine Kuplerin der Zeichen-Kunst/ ist selbige geschickt/ so wird sie einer auch sonst in andern Theilen unnützen Zeichnung/ doch einen passionirten Liebhaber zu führen wissen ; wiewol dergleichen Zeichnung vor Kunstverständigen Augen nicht bestehen mag/ angesehen dieselben/ die Schmincke von einer natürlichen Schönheit gar wohl unterscheiden und auch die allerverborgensten Heßlichkeiten mit leichter Mühe entdecken können.

Conceptual field(s)

MANIÈRE ET STYLE → le faire et la main
CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin