GEMÄLDE (n. n.)

PEINTURE, TABLEAU, IMAGEdéfinition de la peinture
CONCEPTION DE LA PEINTUREcomposition
EFFET PICTURALqualité de la composition
GENRES PICTURAUXpeinture d’histoire
SPECTATEURperception et regard
PAINTING (eng.) · PICTURE (eng.) · SCHILDERIJ (nld.) · TABLEAU (fra.) · TAFEREEL (nld.)
TERM USED AS TRANSLATIONS IN QUOTATION
BEELD (nld.) · SCHILDERIJ (nld.) · TABLEAU (fra.)
TERM USED IN EARLY TRANSLATIONS
PICTURA (lat.)

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Gute Beyfügungen/ zieren diese Gemälde/ wie auch allerhand Stellungen der Bilder. Zur perfection derselben sind auch behülflich/ gute Beyfügungen/und der Materie anständige fremde Ersinnungen/wolstehende Bilder/ schickliche Stellungen und Affecten/ welche alle das Gemälde reichlich hervorbringen. Nicht minder zieren dasselbe/ theils vorsich halbe in Profil, theils hintersich stehende/ sitzende/ ligende und kniehende/ halb- oder ganz gekleidte/ und unter einander gemengte Bilder.

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GENRES PICTURAUX → peinture d’histoire

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25. [ndr: Regel] Obschon unterweilen etliche geringe und unachtbare Fehler mit unterlauffen/ so soll doch/ wegen anderer Vortrefflichkeit/ das Werk ungetadlet bleiben: gleichwie man die Künstlichkeit eines weitberühmten Lautenschlagers/ wegen eines einigen falschen Säiten-griffs/ nicht beschämet: auch ein guter Bogenschütz unbillich verworffen wird/ wann er einmal des Schwarzen verfehlet. Die bäste und herrlichste Gemälde mißfallen oft anfangs den Augen/ bis daß man den Intento und Zweck des Künstlers erreichet. Darum soll man die Gemälde in das Gemüte und den Verstand langsam/ wie die Hüner das Wasser durch Schnabel und Schlund/ hinablassen; und alsdann erst sein Urtheil darüber ergehen lassen.

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PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition de la peinture

Quotation

{Sieben Regeln in der Ordonantz}
Hierzu muß Einer nun nothwendig sieben Reglen observiren: nemlich daß man das Gemählde aufwarts/ oder über sich; abwarts/ oder unter sich; zur rechten/ oder zur lincken Seiten führe/von sich weichen/ oder abgehen/ oder zu sich kommend mache/ und in die Runde oder Circkelweise setze. Alle diese Regeln wollen beobachtet seyn/ nach Proportion des Blats/ Tuchs/ oder der Tafel: damit es nicht scheine/ als ob die Bilder die Rahmen trügen/ oder durch den Grund zu sincken/ oder darinne vergraben/ scheinen. Sie sollen/ mit guter Vorsorge frey/ ledig/ und der Grund nicht mit zu vielen Bildern überladen seyn. […]

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CONCEPTION DE LA PEINTURE → composition
EFFET PICTURAL → qualité de la composition
SPECTATEUR → perception et regard

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I. Discurs von der edlen Mahlerey. Von dem Wort Gemähl, p. 127
Das Wort Gemähl/ mahlen/ Mahlerey/ stammet her von dem Grundwort mahl (pinge) und ist mahlen so viel als ein gewisses Zeichen machen/ oder ein Gemerck eines Dinges stellen; daher sagen wir ein Denckmahl/ein Merckmahl/ das Abendmahl/ die Mahlzeit/ ec. weil nemlich bey den Alten zu gewisser und gleichsam bezeichneter Zeite zu essen gebräuchlich gewesen.[….]
Bey den Niederteutschen ist Schilderen so viel als mahlen/ weil nemlich die Schilde der Alten Teutschen gemahlet und mit allerhand Bildern unterschieden gewesen/ darbey man die Ritter in der Turnieren erkennet […..].

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PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition de la peinture

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II. Was das Gemähl seye, p. 128
Das Gemähl ist eine Gleichheit dessen/ das man sehen kan/ sagt Socrates bey Xenoph.I.3. Solche Gleichheit erfreut das Gesicht mit ihrer Schönheit/ schärpfet den Verstand mit ihrer Artigkeit/ erfrischet das Gedächtniß mit gemercksamen Bildern/ erquicket das Gemüth mit allerhand seltnen Erfindunge[n]/ entzündet die Begierden zu vielen Heldentugenden/ ist bei Fürsten angenehm/ bey den Gelehrten wehrt/ von der Jungend geliebt und vo[n] jedermann gelobet. Hat auch in Kriegswesen einen grossen Nutzten/ das Abwesende/ als Gegenwärtig fürzustellen. 

Xénophon est cité d'après l'édition française de François Charpentier (1620-1702) : Les Choses Mémorables De Socrate/ ouvrage de Xenophon/ traduit de Grec en François..., Paris, Camusat, 1650.

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PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition de la peinture

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II. Was das Gemähl seye, p. 128
Wegen der sichtbarlichen Abbildungen wird das Gemähl ein lieblicher Betrug der Augen genennet/ und ist der beste Mahler der beste und redlichste Betrüger besagten// fürnemsten Sinnes/ deß Gesichts. Sie ist ein zuläßiger und löblicher Betrug/ abgesehen von der Gleichheit der Natur; massen alle Künste ihre Herzwurzel gleichsam in deren natürlichen Wesen habe[n]/ von welchen sie herstammen/ und nachgehends/ als abgesonderte Zweige verpflanzet und neuen Safft und Kräfften erlanget haben.
Also hat Zeuxis die Vögel betrogen/ in dem er Weintrauben mit so natürlichen Farben gemahlt/ daß sie selbe herzugelocket/darvon zu picken/wie der Poet sagt : […
]

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PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition de la peinture

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Mahler Eigenschaften, p. 150
Wie man vor alters darzu schreiben müssen/ dieses ist ein Hirsch/ dieses ist ein Ochs/ ec. Also ist ast von nöthen man schreibe darzu :
Dieses ist gemahlt/ damit man die Bilder nicht für erstorbene und an die tafel gezauberte Menschen anschauhet/ die ohne Leben leben. Also sagt gemelter Autor/ muß man von dem Gemähl reden/ als ob alles würcklich für Augen stünde/ und nicht nur sähe/ sondern auch höre/ was man nicht mahlen kann. 

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PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition de la peinture