IDEA (n. f.)

CONCEPTION (fra.) · IDÉE (fra.)
TERM USED AS TRANSLATIONS IN QUOTATION
IDÉE (fra.)
TERM USED IN EARLY TRANSLATIONS
IDEA (lat.)
DEKONINCK, Ralph, « IDÉE », dans HECK, Michèle-Caroline (éd.), LexArt. Les mots de la peinture (France, Allemagne, Angleterre, Pays-Bas, 1600-1750) [édition anglaise, 2018], Montpellier, Presses Universitaires de la Méditerranée, 2018, p. 277-282.
HECK, Michèle-Caroline, Théorie et pratique de la peinture : Sandrart et la “Teutsche Academie”, Paris, Éd. de la Maison des sciences de l’homme, 2006.

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Quotation

{Die Vernunft/ ist der Zeichnung Ursprung} Die Zeichnung […] ihren Ursprung aus der Vernunft hat/ so erfordert solche eine sonderbares Urtheil/als die universal-Form/Idea oder Modell aller Dinge/so die Natur jemahls gebohren. Dann diese machet in dem menschlichen Leib/ in den Thieren und Pflanzen/ folgbar auc die Gebäu- Bildhauer und Mahlerey-Arbeit/ die proportion und Gleichheit zwischen dem ganzen völligen Corpo und seinen Theilen/und den Unterschied zwischen denselben erkennen. Und aus dieser Erkäntnis entspringet eine gewiße imagination, Einbildung/ Meinung und Urtheil / welches ihm der Künstler in seinem Verstand vor-formet/ und nachmals mit Kreide/ Rötel oder Kohlen/ durch die Hand/ zu Papier bringet.

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
CONCEPTS ESTHETIQUES → génie, esprit, imagination

Quotation

Hieraus ist nun leichtlich zu schließen/ daß die Zeichnung nichts anders seye/ als ein erkantlicher Entwurff/ Abbildung oder Erklärung unsers Concepts/ welchen wir in dem Gemüt ausgebrütet/ und der Einbildung/ als eine Form oder Idea, vorgestellet. {Sprüchw. Ex ungue Leo. Der Verstand ermisset einen Leib/ aus einem Theil desselben.} Es ist ein Welt-kündiges Sprüchwort der Alten: Ex ungue Leo, der Löw aus der Klaue. Damit wird so viel gesaget/ daß/ wann einem vernünftigen Manne nur ein Stuck von einem natürlichen Corpo vorgewiesen werde/ er alsofort in seinem Verstand den ganzen Leib mit allen dessen Theilen/ in seine imagination oder Einbildung fasse/ gleich als ob ihm derselbe völlig und lebhaft vor Augen gestellet wäre.

Form

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
CONCEPTS ESTHETIQUES → génie, esprit, imagination

Quotation

{Schizzi, gemeine Abriße.} Also sind des Zeichnens unterschiedliche Arten. Die jenige/ so die Figur nur geringlich mit der Feder/ Kohle oder Kreide in etwas entwerfen/ werden Schizzi oder Abriße benamet. Diese erste Erfindung/ bildet den Concept und die Idea des Verstandes/ und machet/ nur mit einem groben Entwurf/ die Form und Eintheilung des künftigen Gemäldes. {Die mus der Verständ beurtheilen.} Aus solchem schlechten Entwurf/ ersihet der Künstler die Fehler/ so er zu vermeiden hat/ ergrößert zum Theil die kleine Figuren/ und stümmelt die großen/ nach dem Ebenmaß der Vernunft/ damit alles in eine rechte proportion komme. Dann diese Correctur oder Verbässerung/ welche nachfolglich geschehen soll/ mus zuvor in dem Verstand/ durch Uberleg- und Erwägung der Fehler/ ausgekocht und erzogen werden. Er mus urtheilen/ ob dieses oder jenes vernünftig oder witzig gezeichnet und gestellet seye? ob etwas zu verbässern und zu ändern/ auch wie solche Verbässerung anzugreiffen und zuwegen zu bringen sey? Aus diesem langen discurriren und nachsinnen des Verstandes/ wird nach und nach die Erfahrenheit und Gewonheit reiff und zeitig.

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
CONCEPTS ESTHETIQUES → génie, esprit, imagination

Quotation

Des Absehens/ muß allhie zuvörderst wiederholet werden/ daß die Zeichenkunst/ (als die bey den Alten/ Reissen genandt war) die rechte und einige Mutter und Nährerin unserer dreyer Künsten ist/ und aus der Vernunfft/ durch gewisse imagination, oder Einbildung/ in dem Verstand/ zuvorderst alles formirt, was hernacher durch die Hand zu Papier gebracht wird. Dieser erkenntliche Entwurff/ und concept unserer Ideae, oder Sinn-Musters/ welches wir/ im Gemüt gleichsam ausgebreitet vor Augen stellen […].

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
CONCEPTS ESTHETIQUES → génie, esprit, imagination

Quotation

WEil dann alles/ was Gott erschaffen hat/ den guten Ordnungen und Regeln {Was für Ordnung Anfangs im mahlen zu halten sey.}unterworffen/ ja/ alle Königreiche und Länder/ ihre gewisse Gesetze haben/ wornach sich zu richten/ und ein ieder/ wes Standes oder Beruffs er auch seyn mag/ mit Reglen beschränckt lebet:{Was für Ordnung Anfangs im mahlen zu halten sey. Observantz von dem Historien-mahlen.} als hat auch ein vernünfftiger Mahler/ in seiner Idea, oder im Verstande die nöthige Ordnung zu vörderst wol zu überlegen; daneben auch gute Wissenschafft zu seiner Invention, (es sey nun in was Theil es wolle) vonnöthen: will er anders sein Werck vernünfftig zu Stande bringen.

Verstand

Conceptual field(s)

L’HISTOIRE ET LA FIGURE → sujet et choix
L’ARTISTE → qualités

Quotation

Das 2. Capitel. Beschreibung der Mahlerey-Kunst und des Zeichnen Nutz. 
Die Zeichnung aber gleichwie sie eine recht Mutter der Mahlerey ist, und ihren Ursprung aus der Vernunft hat, so erfordert solche ein sonderbahres Urtheil, als die Universal-Form, Idea oder Modell aller Dinge, so die Natur jemahls gebohren. 

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → dessin
PEINTURE, TABLEAU, IMAGE → définition du dessin