GRATIA (n. f.)

CONCEPTION DE LA PEINTUREcouleur
L’HISTOIRE ET LA FIGUREfigure et corps
CONCEPTS ESTHETIQUESbeauté, grâce et perfection
L’ARTISTEqualités
HECK, Michèle-Caroline, « GRÂCE », dans HECK, Michèle-Caroline (éd.), LexArt. Les mots de la peinture (France, Allemagne, Angleterre, Pays-Bas, 1600-1750) [édition anglaise, 2018], Montpellier, Presses Universitaires de la Méditerranée, 2018, p. 235-240.

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Quotation

Solche Dinge/ die der Natur zum ähnlichsten/ können dem durch langen Fleiß abgematteten Künstler/ seine Mühwaltung/ mit Ehre und Gewinn wieder vergelten/ als wordurch Hand und Verstand zu einer sonderbaren gratia, Lebhaftigkeit und Leichte angewöhnet wird. Man glaube sicherlich/ daß diese practic, welche man durch viel Jahre mit sonderbarem Fleiß erworben/ sey das wahre Liecht zur Zeichnung/ und das Mittel eines Künstlers/ sich berühmt und ansehnlich zu machen

Conceptual field(s)

L’ARTISTE → qualités

Quotation

{Diese mus man/ an nackenden/ auch aus anatomirten/ Leibern studiren.] Es ist über alles am bästen und nutzlichsten/ wann man an nakenden/ so wol Manns- als Weibspersonen/ auch Kindern/ im zeichnen/ wie vorgemeldt/ sich geübt und erfahren machet/ und solche ihm fest in das Gedächtnis drucket/ auch die Musculen/ Adern und Rippen/ den Ruckgrad/ die Füße/ Arme und Kniescheiben wol in acht nimmet: damit er solche/ auch ohne Idea und Exemplar/ natürlich zu gestalten wisse. Hierzu wird auch verhülflich seyn/ daß man ausgearbeitete zerlegte oder anatomirte Leiber sehe oder gesehen habe: um zu wissen/ wie ein jedes Bein zwischen Haut und Nerven/ Fleisch und Musculen/ daran stehe/ und nachmals mit mehrer Sicherheit/ ohne Fehler/ solche nachzumachen. Dann die jenigen/ so solches wissen/ können nachmals die Bilder/ mit einer sonderbaren gratia und Natürlichkeit/ kehren und wenden: welches oft vielen ermanglet/ und doch einem jeden notwendig ist/ der da verlanget/ so wol Bilder/ als Statuen/ nach dem Leben zu mahlen.

Das I. Capitel.Von Der Erfindung und Zeichnung, p. 61
{Die Zeichnung geschihet/ mit Rötel oder Kreide.} Es geschihet aber die Zeichnung auf Papier/ entweder durch den Rötel/ so ein zarter und linder Stein/ leicht zu schaben und zu schneiden/ auch in unserm Teutschen Gebürg zu finden ist; oder aber durch schwarze Kreide gleicher Gattung/ welche uns Holland überschicket. Andere nehmen bloß eine Feder/ und lassen dem weißen Stoff/ es sey gleich Papier oder Tuch/ seine Liechte und Helle. Es ist zwar schwer/ aber die gewöhnliche meisterhafte Manier/ daß man auf graulicht Papier mit schwarz schattiret/ und mit weiß erhöhet: deren sich die meisten gebrauchen

Conceptual field(s)

L’HISTOIRE ET LA FIGURE → figure et corps
L’ARTISTE → qualités

Quotation

Etliche Theile in der Bildnis oder Historia, so zu entwerffen ist/ müßen verdunklet oder nach Ordnung im Schatten kommen: weil sie entweder als ferne praesentirt werden/ oder damit sie denen/ so vornen an stehen/ ein bessers und mehrers ansehen erwerben und solche erheben. Dann gewiß ist es/ daß eine große Lieblichkeit und gratia in Abwechslung oder Brechung der Farben bestehet […].

Conceptual field(s)

CONCEPTION DE LA PEINTURE → couleur
CONCEPTS ESTHETIQUES → beauté, grâce et perfection

Quotation

Also bleibet nun wahr/ und fest/ daß/ gleich wie der Natur selbsten schwer fället/ auf das Höchste zu kommen/ und sie selten die äusserste Vollkommenheit gebiert/ also auch dem Künstler/ das Allerschönste in allen Dingen zu bilden/ die meiste Mühe mache/ ja bey vielen unmöglich sey; { diese gratia ist eine Gabe Gottes} und wer solches vermag/ oder diese Gnade hat/ es billig für eine Gabe GOttes/ und Verpflichtung des Danckens/ erkennen möge.

Gnade

Conceptual field(s)

CONCEPTS ESTHETIQUES → beauté, grâce et perfection