FARBENSTEIN (n. m.)

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Das 16. Capitel. Von dem Farben-Stein/ und den darzu gehörigen Läuffern und Farben-Stein.
Ehe man aber den Anfang zu mahlen macht, so müssen die Farben zuvor auf einen Steine wohl und fein gerieben werden. Es muß aber ein solcher Stein recht gleich, hart, glatt und viereckicht von ziemlicher Grösse und ohngefehr 2. oder 3. Finger dicke seyn, er soll nichts sandichts, noch grobes und rauhes an sich haben, oder unter dem Reiben einen Schleim von sich geben, oder zu weich seyn, und darzu dienen am besten die Marmor-Steine, sonst werden auch allerley Fliessen (so viereckicht Steine sind, und mit welchen die Stuben am Boden belegt werden) aus Holland und andern Oertern gebracht von allerhand Art Farben, diese sind auch gut, doch muß einen solchen Stein ein guter Mahler aussuchen. Wer aber nur zur Lust und wenig mahlet, derselbe kan anstatt eines solchen Farbe-Steines sich eines dicken viereckichten Glases bedienen, so leicht mit sich zu führen ist. Zu diesen Farbestein gehöret nun auch ein Lauffer, oder ein solcher Stein, den ich in der Hand halte, und mit selbigen meine Farben auf den grossen viereckichten Steine fein und klein reibe. Darzu dienen nun die Steine so etwas lang und eyerformig Gestalt sind, und solche findet man gemeiniglich am Ufer des Meeres, oder sonsten auch im Felde. Diese Steine muß man nun auf einen andern groben Sand oder Schleiff-Steine unten fein gleich reiben, aber man kan ihn auch in der Mühlen nur auf der Seiten an den Mühl-Stein halten, so wird er desto eher gleich, und brauchet nicht so viel Mühe. Ich habe sowol in Liesland als in Nordwegen an den Ufern des Meeres solche Steine genug gefunden, und zwar ganz weisse Flindt – oder Feuer-Steine, so ich abgeschliffen und alles sehr gut und harte Läuffer bekommen. 

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