AFFEKT (n. m.)

AFFECT (nld.) · AFFECTION (fra.) · AFFECTION DE L'ÂME (fra.) · AFFECTUS (lat.) · AFFETTO (ita.) · AFFETTO DELL'ANIMO (ita.) · ÉMOTION (fra.) · EMOTION OF THE SOUL (eng.) · HARTSTOCHT (nld.) · MOUVEMENT DE L’ÂME (fra.) · PASSIE (nld.) · PASSION (fra.) · PASSION (eng.) · SENTIMENT (eng.) · SENTIMENT (fra.)
TERM USED IN EARLY TRANSLATIONS
AFFECTUS (lat.)
HECK, Michèle-Caroline, « EXPRESSION / EXPRESSION DES PASSIONS », dans HECK, Michèle-Caroline (éd.), LexArt. Les mots de la peinture (France, Allemagne, Angleterre, Pays-Bas, 1600-1750) [édition anglaise, 2018], Montpellier, Presses Universitaires de la Méditerranée, 2018, p. 205-213.

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Quotation

{Im messen Maß zu halten} Ich erinnere aber nochmals/ daß das zuviele / und kleine Abmessen mehr schädlich als nutzlich seye: […] Man soll und mus dißfalls/ auch in vorstellung der fürnemsten Bilder einer Historie/ zuweilen vergrößern/ auch im ausdrucken/ ausdehnen / strecken/ biegen/ umkehren/ einziehen/ verkürzen und einbucken/ viel Veränderung machen/ und zu besserer Erzeigung der Affecten/ mehren und mindern. Zur bässerer und klärerer Unterweisung/ist allhier in beygefügtem Abdruck […]

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L’HISTOIRE ET LA FIGURE → proportion

Quotation

{Die Affecten oder Gemütsregungen/ sind in der Bild-Mahlerey zu beobachten:} DEr kunstreiche Mahler/ soll nicht allein wol verstehen/ die vier Complexionen oder {Die Affecten oder Gemütsregungen/ sind in der Bild-Mahlerey zu beobachten:} Natur-Arten des Menschen/ als Sanguineo, Cholerico, Phlegmatico und Melancholico, sondern auch/ wie und warum sich die unter einander vermischen. Die Wirkungen derselben/ werden ingemein die Affecten oder Gemüts-regungen genennet: weil sie/ wie die leibliche {weil sie Gestalt und Farbe ändern.} Zufälle dem Leib/ das Gemüt afficiren und bewegen. {weil sie Gestalt und Farbe ändern.} Diese Wissenschaft/ ist in unserer Kunst nicht zu verunachtsamen: sintemal dieselbe nicht geringe Veränderungen des Angesichts und der Gestalt des Menschen/ auch der Farbe/ verursachen.

Gemütsregung

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L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions

Quotation

{Angenehme Affecten/ Freude/ Hoffnung/ Liebe: Wirkung derselben im Angesicht}. Durch diese/ wird die natürliche Wärme/ samt den Geistern/ entweder langsam und allgemach/ oder aber schnell und geschwind/ zu Niessung der gegenwärtigen oder künftigen/ verlangten Dinge/ in den ganzen Leib ausgespreitet. Dann hierbey thut das Herz sich auf/ dem jenigen/ was es begehrt/ zu begegnen und es zu umfahen. Das ganze Angesicht wird erhöhet/ mit einer schönen Rosenfarbe. […]
{Gestalt des Angesichts/ in Freud-Bewegung.} […]

Conceptual field(s)

L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions

Quotation

{Correspondenz des Herzens mit den Sinnen/ und Geburt der Affecten}. Dann das Herz/ welches mit den Correspondenz des Herzens mit den Sinnen/ und Geburt der Affecten. Sinnen in genauer Correspondenz stehet/ wann diese ihm die Gegenwart des verlangten Dinges/ ansagen/ sendet die dadurch aufgeregte Wärme in das Angesicht/ als den Sitz der Sinnen/ und verursacht damit eine Röte. Dann solche Gegenwart/ wird erstlich durch die Augen ersehen/ durch die Ohren vernommen/ mit Händen betastet/ und durch andere äuserliche Sinnen ergriffen/ und tritt zugleich durch diese Pforten in den innerlichen Sinn und Verstand: welcher es also fort dem Herzen ansaget. Dieses alles geschihet in einem Augenblick/ und ist hieraus die Geschwindigkeit der Lebens-geister mit Verwunderung zu beobachten.

Conceptual field(s)

L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions

Quotation

Auf solche weise/ wird die Physiognomia durch die Affecten/ verändert/ die Gemütsregung/aber durch äuserliche Objecten oder Gegenstände verursachet. Der Verstand beurtheilet/ was die Sinnen ergriffen/ und durch die Einbildungs-Kraft ihme zugesendet/ ob es gut oder böse sey: daraus dann Freude oder Verdruß entstehet. Daher wird nicht bald ein vernünftiger Mensch lachen/ es sey dann/ daß eine That oder Gespräch/ so ihm darzu Ursach gibt/ vorher gehe. Nachdem die Einbildungs-Kraft eine Form oder Gestalt des Dings/ so etwan erfreuen kan/ empfangen und gefasset hat/ bewegt und treibt sie das Herz: welches in dieser Bewegung sich gleichsam aufthut/ den erfreuten Gegensatz zu umfahen. Unterdessen wird/ durch diese Eröffnung des Herzens/ die natürliche Wärme/ samt den Geistern und dem Geblüte/ haufen-weis in den ganzen Leib ausgebreitet. Weil nun der meiste Theil dieser Wärme/ Geister und Geblüts/ Gestalt des Angesichts/ in Freudbewegung wie erwehnet/ zu dem Angesicht aufsteiget/ blehet sich dasselbe gleichsam auf und wird erweitert: die Stirn/ wird heiter/ glatt und frech; die Augen schimmern/ und werden hell; die Backen erröten/ als wann sie mit Zinober gefärbet wären; die Leffzen ziehen sich ein/ werden gleich und eben. Bey etlichen/ bekommen die Wangen oder Backen zwey kleine Grüblein: das geschihet/ wegen Zusammenziehung des Fleisches oder der Meuse an selbigem Orte. Und dieses alles/ ist wol zu beobachten.

Gemütsregung

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L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions

Quotation

Verdrüssliche Affecten: der Zorn; dessen Wirkung in der äuserlichen Gestalt; die Traurigkeit […] Wirkung der Furcht […] Wirkung der Schamhaftigkeit/und Angst. […]
Neun andere Gemütsregungen […]
Zu diesen Sechs Gemütsregungen/ werden alle andere referirt und gezogen: als der Haß und die Zweytracht/ zum Zorn; die Leichtsinnigkeit und Ruhmsucht/ zur Freude; der Schrecken und die Kleinmütigkeit/ zur Furcht; die Mißgunst/ Leid und Verzweiflung/ zur Traurigkeit. Und hieraus erhellet genugsam/ wie vielfältig die Affecten/ des Menschen Gestalt/ Angesichter/ Gebärden und Farbe/ verändern können.

Gemütsregung

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L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions

Quotation

{Das Angesicht/ist dies Herzens Uhrzeiger: } Maßen das Angesichtgleichsam der Zeiger ist/ an dem Uhrwerk des Herzens/ und die Stirn dessen Bewegungen anzusagen pfleget. {macht die Menschen und Nationen vor einander unterscheiden und erkennen} Ja so gar ist das Angesicht gleichsam eine Figur des innerlichen Menschen/ daß man daraus einen alten Mann von einem jungen/ ein Weib von einem Mann/ einen Mäßigen von einem Unmäßigen/ einen Gesunden von einem Kranken; auch die Nationen/ einen Mohren von einem Indianer/ einen Franzosen von einem Spanier/ einen Teutschen von einem Italiäner/ endlich auch einen Lebendigen von einem Todten/ leichtlich unterscheiden kan. Und dieses geschihet eben darum/ weil man/ aus dem Angesicht/ das Gemüte und die Sitten des Menschen/ auch oftmals/ was im tiefsten seines Herzens verborgen liget/ errahten kann

Gemütsregung

Conceptual field(s)

L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions

Quotation

So wird nun der/ so in dieser Wissenschaft andere übertrifft/ billig für den grösten Meister gehalten: gleichwie der nur für einen mittelmäßigen Künstler passirt wird/ der diese erzehlte Affecten nur etlicher maßen wahrnimmet. Die aber/ so gar nichts hierinn thun können/ sind nur für Sudler zu halten: wie sehr sie auch ihnen selbst/ mit Kunst-Einbildung/ schmeichlen mögen.

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L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions

Quotation

{Diese Wissenschaft [ndr: der Affecten] macht einen fürtrefflichen Mahler} Die Mahler-Kunst/ hat auch dißfalls eine Verwandschaft mit der Red- und Dicht-Kunst: weil/ nach der Aussage Tulii auch ihnen/ wie den Oratoren und Poeten obliget/ zugleich zu unterweisen/ zu belüstigen und zu bewegen. Ihr Pflicht bringet mit sich/ (sagt er) daß sie uns sollen unterweisen/ ihre Schuldigkeit ist/ zu Vermehrung ihrer Ehre/ daß sie uns sollen belüstigen; die Notturft ihres Beruffs erfordert/ daß sie unsere Herzen bewegen sollen. Je fürtrefflicher und höher aber eine Kunst oder ein Ding ist/ je tauglicher ist sie/ uns zu bewegen.

Conceptual field(s)

L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions

Quotation

Gute Beyfügungen/ zieren diese Gemälde/ wie auch allerhand Stellungen der Bilder. Zur perfection derselben sind auch behülflich/ gute Beyfügungen/und der Materie anständige fremde Ersinnungen/wolstehende Bilder/ schickliche Stellungen und Affecten/ welche alle das Gemälde reichlich hervorbringen. Nicht minder zieren dasselbe/ theils vorsich halbe in Profil, theils hintersich stehende/ sitzende/ ligende und kniehende/ halb- oder ganz gekleidte/ und unter einander gemengte Bilder.

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GENRES PICTURAUX → peinture d’histoire

Quotation

Solches haben alle Antiche in den statuen Gemählen/ wol beobachtet/ auch dergleichen Anmerckungen/ oder Maß-Verändrungen gemehret oder gemindert/ nachdem es die Gelegenheit/ so wol der Affecten/ als auch des Orts/ wo solche Wercke solten gestaltet werden/ erforderte; damit alsdann des Anschauers Augen vergnügt blieben/

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L’HISTOIRE ET LA FIGURE → proportion

Quotation

Gleiche Meinung {Auch die Temperamenten/ und Gemühts-Wirckungen/ Passionen und Affecten zu beobachten.} hat es auch mit Erkennung und Erlernung der viererley Complexionen des Menschen/ mit den Wirckungen des Gemüts/ der Angesichter/ Farben/ und Ursachen der Veränderungen; vorab mit den Gestalten der Zornigen Abscheulichkeit/ der Furcht/ oder Schreckbarkeit/ der Schamhafftigkeit/ Angst/ Misgunst/ Neides und Leides/ der Traurigkeit und Verzweifflung: als wodurch alle des Menschen Gestalt/ Angesichter/ Geberden und Farben verändert werden.

Gemüths-Wirkung · Passion

Conceptual field(s)

L’HISTOIRE ET LA FIGURE → expression des passions